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Vampire - Realität oder Fiktion?
Der wahre Graf Dracula Vlad Draculea lebte in der Zeit von 1431 - 1476 in der Walachei, heutiges Rumänien. Der Name Draculea oder Dracul wurde Vladīs Vater in Anerkennung seiner Verdienste um den "Drachenorden" verliehen. Als Drachenorden (Societas Draconis) bezeichnet sich ein Bund ausgewählter Adeliger, der sich der Verteidigung des christlichen Glaubens verschworen hat. Als kleiner Junge geriet Vlad mit seinem Bruder Radu in türkische Geiselhaft. Vlad musste über viele Jahre hinweg unsagbare Folterungen über sich ergehen lassen und sein Hass auf die Osmanen wuchs mit jedem Tag. Erst als die Nachricht von der Ermordung seines älteren Bruders Mircea eintraf - er wurde lebendig begraben - ließ man den mittlerweile siebzehnjährigen Vlad frei. Im Laufe der Jahre wurde Vlad zum Herrscher über die Walachei. Er bekämpfte die Korruption und sorgte für Sicherheit in seinem Reich, die er mit sehr drakonischen Strafen aufrecht zu erhalten wusste. Da durch diese Sicherheitsmaßnahmen der Handel und die Kultur der Walachei erblühten, wurde Vlad von seinem Volk nicht als Tyrann gesehen sondern geradezu verehrt. Als Vlad sich weigerte weiterhin Tribut an den osmanischen Herrscher zu zahlen und dessen Gesandte aufspießen ließ, fiel Sultan Mehmet II. mit einem Heer von etwa 150.000 Mann in der Walachei ein. Da Vlad keine militärische Unterstützung hatte, ließ er die Dörfer entlang des türkischen Kriegsweges niederbrennen und die Brunnen vergiften. Als die dadurch geschwächte türkische Armee die Hauptstadt erreichte, bot sich ihnen ein grauenhafter Anblick: Vlad hatte vor den Toren der Stadt hunderte von türkischen Gefangenen pfählen lassen. Völlig demoralisiert und erschöpft traten die osmanischen Truppen den Rückzug an. Durch Verrat und Verleumdung durch seinen Bruder Radu wurde Vlad vom Thron gestürzt, worauf sich Vladīs Ehefrau von den Zinnen der Burg in den Tod stürzte. Zwar konnte er seinen Verrätern entkommen, geriet jedoch durch den ungarischen Herrscher Markus Corvinius in Gefangenschaft. Durch erneute Heirat konnte Vlad sich aus der Haft frei kaufen und für kurze Zeit seine Herrschaft zurückerobern. Vlad starb im Jahre 1476 auf dem Schlachtfeld. Hirngespinste oder Realität? Für uns mag es wie ein Hirngespinst klingen, für viele ältere Rumänen ist es das keineswegs. Obwohl der legendäre Graf Dracula nie existiert hat und lediglich ein Phantasieprodukt ist, glauben viele noch immer an die so genannten "Strigoi". Diese Strigoi sind Untote, die sich aus ihren Gräbern erheben, um sich an ihren Mitmenschen zu rächen. So finden sich in vielen Pfarrchroniken Berichte über wieder auferstandene Tote, die von der Bevölkerung oder den Angehörigen mittels eines Holzpflocks unschädlich gemacht wurden. Auch in den Begräbnisritualen spiegelt sich die Angst vor der Auferstehung der Toten wider. So werden manchen Verstorbenen Gefäße mit Getreide oder Samen mit ins Grab gegeben, denn die Strigoi sollen unter einem Zählzwang leiden. Diese Grabbeigabe soll also den Vampir so beschäftigen, dass er keinen Gedanken an eine Auferstehung verschwenden kann. Eine mögliche Erklärung für Vampirismus könnte auch eine Erkrankung bieten. Die so genannte Porphyrie ist eine erblich bedingte Stoffwechselkrankheit des Blutes, deren Symptome stark an die Charakteristika von Vampiren erinnert. So kommt es zum Beispiel zu einer Überempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht, zu einer Rotfärbung der Zähne, Gaumen und Lippen schrumpfen und lassen dadurch die Zähne hervortreten, die Haut wird fahl und blass und es kommt zu psychischen Störungen wie etwa Psychosen. Interessant ist auch, dass Knoblauch für an Porphyrie Erkrankte wie Gift wirkt. Da die Symptome nur durch die Aufnahme von Blut gelindert werden konnten, bestand die übliche Behandlungsweise darin, den Patienten Tierblut zu trinken zu geben. Fazit Obwohl die Existenz von Vampiren nicht beweisbar ist, glauben viele Menschen daran. Wer einmal in Rumänien weilt und sich mit den alten Leuten in den ländlichen Gegenden unterhält, der wird erfahren, dass für diese Menschen Vampire real sind. Lesen Sie auch: In Deutschland sind knapp 4000 Bücher "in the wild", also unterwegs. Wenn Sie also demnächst jemanden sehen, der sein Buch auf der Parkbank oder im Café liegenlässt, rufen Sie nicht gleich hinterher, sondern schauen Sie erst hinein. Vielleicht ist es ja ein freigelassenes Buch. Und vielleicht kommen Sie ja auch auf den Geschmack, und lassen die Bücher frei, die Ihnen besonders am Herzen liegen. Mehr lesen |